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„Gebannt, erschüttert, berührt und ergriffen sitzt man zwei Stunden auf dem Sessel“ – die Redakteurin der „Kleinen Zeitung“ beschrieb so treffend die Emotionen der rund 5000 Besucher von insgesamt 18 Aufführungen der Passionsspiele nach dem Evangelisten Lukas im Museum Aguntum Stadt. Die Theaterwerkstatt Dölsach – mit beeindruckenden Inszenierungen schon „Aguntum-erfahren“, Regisseur Dr. Alfred Meschnigg wie auch den 80 Laien-Darsteller bewältigten die herausfordernde Aufgabe, das Leben und Sterben Jesu Christ auf die Bühne zu bringen, mit Bravour. Die meisten bekannten Passionsspiele stellen nur die Ereignisse Palmsonntag und Karfreitag bzw. Ostersonntag da, während die „Aguntum-Passion“ mit der Taufe Jesu im Jordan beginnt und somit die 3 Jahre des aktiven Wirkens Jesu und seiner Jünger in Szene setzt. Dadurch werden jene historischen und politischen Hintergründe, die letztlich zur Kreuzigung Jesu führten, verdeutlicht - etwa die Rolle der Zeloten, der Pharisäer, Saduzzäer, der lokalen Aristokratie und der römischen Besatzungsmacht. Das Museum Aguntum Stadt erwies sich als bestgeeigneter Aufführungsort für diese Passionsspiele – war hier doch zum Beginn der Leidensgeschichte Jesu schon die Stadtgründung im Gange und wurden Aguntum und Lavant später zu Bischofssitzen du somit regionalen Zentren des frühen Christentums. Wer nicht das Glück hatte, die Passionsspiele „live“ zu erleben – alle Vorstellungen waren ausverkauft - sei auf ein sehenswertes Video von Peter Werlberger auf Dolomitenstadt bzw. YouTube hingewiesen.