Aguntum
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Die Ortschaft Lavant liegt südöstlich von AGUNTUM am Fuß des Kirchbichls, der mit seinen zwei weithin sichtbaren Kirchen einen der markantesten Punkte des Lienzer Talbeckens bildet. Im Westen und Osten durch je einen Bach, im Süden durch eine tiefe Schlucht abgetrennt bot der Kirchbichl natürlichen Schutz und war in der Vergangenheit hervorragend zu verteidigen. Auf der Spitze des Hügels liegt die Kirche zu den hll. Petrus und Paulus, etwas tiefer befindet sich die spätbarock umgebaute Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Ulrich und auf einem weiteren Plateau kann eine frühchristliche Bischofskirche besichtigt werden. Wie die archäologischen Grabungen ergaben, .war der Lavanter Kirchbichl bereits in vorrömischer Zeit kontinuierlich besiedelt. In der Blütezeit AGUNTUMS im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. verlor Lavant an Bedeutung, während dann ab dem dritten Jahrhundert die sichere Lage des Kirchbichls der Bevölkerung Schutz vor den immer wieder einfallenden germanischen Barbarenstämmen bot. Der Bau von zwei frühchristlichen Kirchen ab dem 5. Jahrhundert und deren umfangreiche Umbauten und Vergrößerungen belegen die Bedeutung des Christentums in Noricum. Ein Spaziergang am Lavanter Kirchbichl mit seinen herrlichen Ausblicken und den von alten Zeiten kündenden Ruinen stellt ein kombiniertes Natur- und Kulturerlebnis dar, das seinesgleichen sucht. Das kleine, aber sehr informative Museum von Lavant ist frei zugänglich und befindet sich im Untergeschoss der am Fuße des Kirchbichls stehenden Aufbahrungshalle. Von dort ausgehend können unter anderem die Reste folgender Bauten besichtigt werden: Eine mittelalterliche Toranlage, das sogenannte „Haus des Burgkommandanten“, verschiedene römerzeitliche Wohnhäuser, die mit Fußbodenheizung ausgestattet waren, die frühchristliche Bischofskirche, die berühmteste und eindrucksvollste Ruine des Lavanter Kirchbichls, weiters die Pfarr- und Wallfahrtskirche zum hl. Ulrich, die ihr heutiges Aussehen einer großzügigen barocken Erneuerung um das Jahr 1770 verdankt sowie die Kirche zu den hll. Petrus und Paulus. Für umfassendere Informationen kann der handliche Archäologie- und Kirchenführer „Der Lavanter Kirchbichl. Ein heiliger Berg in Tirol“ von M. Pizzinini, M. Tschurtschenthaler und E. Walde empfohlen werden, welcher in Lavant sowie im Museum AGUNTUM erhältlich ist. Eine Gesamtschau der archäologischen Funde und Befunde bietet die im Jahre 2011 erschienene, umfangreiche Publikation „Die spätantike Höhensiedlung auf dem Kirchbichl von Lavant. Eine archäologische und archivalische Spurensuche“ herausgegeben von G. Grabherr und B. Kainrath. Hannes Rohracher Besucherservice und Museumspädagogik CURATORIUM PRO AGUNTO