Aguntum
1 BILD
Der 18 m hohe Aussichtsturm bietet einen guten Überblick über das gesamte Grabungsgelände. Handwerkerviertel Die einfachen Bewohner AGUNTUMS wohnten in kleinen, oft aus zwei Räumen bestehenden Steinhäusern, die ein Ziegeldach trugen. Meistens finden sich in diesen Häusern eine viereckige Feuerstelle und auffallend viele Reste von Eisenschlacke. Schmiedehandwerk muss also in AGUNTUM eine große Rolle gespielt haben. Alle größeren Häuser besitzen auch Hypokaustenheizungen. Reste von Fensterglas bezeugen einen gewissen Wohlstand. Friedhofskirche Knapp östlich der Stadtmauer wurde 1912 eine frühchristliche Kirche ausgegraben (heute zugeschüttet). Es handelt sich um einen einfachen Rechteckbau: 29,40 m lang, 9,40 m breit mit frei stehender Priesterbank. In der Umgebung der Kirche liegen zahlreiche Skelettgräber. Die Baugeschichte ist bis heute unklar. Der Bischofssitz AGUNTUM ist für die Jahre 572/77, 579 und 591 bezeugt, das Bistum ist möglicherweise schon in der Zeit um 400 gegründet. Der Bereich von Lienz und Umgebung ist reich an frühchristlichen Bauten, wie dies die frühen Kirchen in Lavant, Lienz/ Patriasdorf, Oberlienz und auch Anras bezeugen. Ob es sich bei dieser Kirche tatsächlich um den Sitz des Bischofs von AGUNTUM handelt, könnten nur Nachgrabungen klären.