Aguntum
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Wer das Atriumhaus in Aguntum erbaut hat, achtete nicht auf die lokalen Wetterverhältnisse. Der für ein südländisches, mediterranes Klima konzipierte Prunkbau war für die kühlen Herbst und kalten Wintermonate denkbar ungeeignet. Mit den Jahrhunderten verschwand er unter einem Schuttkegel, über den seit dem 20. Jh. der Verkehr durch das Drautal fließt. Das Marmorbecken aus dem Atriumhaus, das unter der Brücke der Bundesstraße lag, wurde ins neue Museum übertragen, wo es Brennpunkt und Zentrum der Schausammlung ist. Die Transferierung war aus Gründen des Hochwasserschutzes notwendig. Das große Wasserbecken umrahmt eine viereckige Insel. Die Außenseiten dieses Beckens messen in der Nord-Süd Richtung ca. 16 m, in der West-Ost Richtung ca. 14,50 m. Die lichte Weite des Beckens beträgt 1,80 m, die Tiefe 90 cm. Das Becken war ursprünglich in seiner Gänze aus massiven Platten aus einheimischem (Gummerer) Marmor erbaut, die eine Stärke bis zu 26 cm aufweisen. Um eine romantische Stimmung, wie sie sicherlich ursprünglich unter freiem Himmel im Peristylhof des Atriumhauses geherrscht hatte, anzudeuten, wurden die seitlichen Wände um das Marmorbecken mit Nachempfindungen von pompejanischen Wandgemälden mit Bäumen und Vögeln geschmückt. Der grüne Serpentinkies auf der Insel des Beckens soll an die Bepflanzung erinnern und die beiden hier aufgestellten Statuen stellen engste Familienmitglieder des für die Geschichte von AGUNTUM so wichtigen Kaisers Claudius dar, nämlich seine Mutter, Antonia minor, Tochter von Marcus Antonius und der Augustusschwester Octavia und Octavia Claudia, die Tochter des Kaisers aus seiner dritten Ehe mit Messalina. Sie wurde später mit Kaiser Nero verheiratet.